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JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Studium - Protokoll Symposium über jüdisches Recht

Studium

Symposium über jüdisches Recht

Im Rahmen des Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt wird ein Symposion über jüdisches Recht geplant.

Ziel des Symposions ist es, das deutsche Publikum mit dem jüdischen Recht (und damit sind auch die jüd. Kultur und die jüd. Tradition impliziert) bekannt zu machen. Es ist daran gedacht, insbesondere Juristen und Jurastudenten dafür zu interessieren, Vergleiche zwischen dem gegenwärtigen Recht und einem alten, jedoch vitalen, Rechtssystem zu ziehen und über gemeinsame Quellen nachzudenken.

Die Referenten sollen hauptsächlich aus Israel und den USA kommen.

Zeitlicher Rahmen:

Das Symposion soll mit einem Abendempfang eröffnet werden. Ein Vortrag mit folgendem Inhalt soll in das Symposion einstimmen:

Überblick über Geschichte und Gegenwart des jüd. Rechts. Welche Bedeutung kann das jüd. Recht heute noch haben? Hierbei ist zu differenzieren: Die Bedeutung des Gegenstands für Juden und für Israel; seine allgemeine Bedeutung im Sinne der vergleichenden Rechtsforschung. Diese Fragen werden zwar in den einzelnen Themen des Symposions öfter hervortreten, hier soll aber die Problematik in ihren verschiedenen Facetten bereits angedeutet werden.

An den zwei folgenden Tagen sollen zwölf Hauptreferate gehalten werden, jeweils drei an den Vor- und Nachmittagen. Ferner wird überlegt, zu einzelnen Themen deutsche Referenten einzuladen, die die Problematik vom Standpunkt des deutschen Rechts aus erörtern und somit Vergleichsmomente bieten.

Drei Themenbereiche sollen behandelt werden:

Autorität der Gesetze; Fragen zur Legitimation der Gesetzgebung, Begründung von Recht in Religion und Philosophie, Bibel, Propheten, Talmud, jüd. Mystik. Neben dem Hauptreferenten könnte hierzu ein Co-Referat zur Verfassung in Deutschland gehalten werden.

Unterschiedliche Begründungen von Gesetzesnormen in verschiedenen Perioden, wie in der Bibel, im Talmud, in der Philosophie und Mystik (Kabbala):

Das Referat soll den jeweiligen zeit- und kulturgeschichtlichen Einfluss auf rechtliche Begründung von Institutionen wie Sabbat, Ehevertrag, Schutz des Bodens etc. darstellen.

Schaffung von Rechtsnormen, Gesetzgebungsverfahren.
Das jüd. Recht hat in seiner wechselreichen Geschichte verschiedene Methoden angewandt, um für das meistens zerstreute Volk ein einheitliches Rechtssystem zu schaffen. Die Offenbarung, Einzel- oder Mehrheitsentscheidungen, Responsen, himmlische Stimme, Codices, Verordnungen (der jüd. Gemeinden); all dies waren Wege, um die man stritt und die man beging.

Prinzipien und Institutionen des jüd. Rechts und ihre Anwendung in Geschichte und Gegenwart:

Ein Referat soll die Frage der Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz, Gleichheit (Gleichberechtigung ?) der Geschlechter, wie sie aus dem mosaischen Gesetz und dem Alten Testament allgemein begründet wurden, behandeln.

Ein weiteres Referat zum Thema Billigkeitsrecht (equity) wäre interessant, wobei hierzu ein deutsches Co-Referat gehalten werden könnte.

Einstellung des jüdischen Rechts zu Rechtsfragen der Gegenwart. Welche Antworten kann es geben? Hier bieten sich einige Themen an, die Juristen überall interessieren. Exemplarische Fragen wären z.B:

Umwelt, Natur und Tierschutz. Das bereits im Alten Testament begründete Recht der Flora und Fauna könnte für alle Glaubensrichtungen wegweisend sein.

Familie, Frauen und Kinder - welchen Schutz genießen sie?

Ferner werden noch zu bestimmende Themen aus dem Zivil- und Strafrecht behandelt, die gleichfalls die Methodik der Anwendung des jüd. Rechts heutzutage (z.B. in Israel) demonstrieren.

Ein weiteres Thema könnte noch hinzukommen:

Der Beitrag der deutschen Juden (Rabbiner und Rechtsgelehrte) zum jüdischen Recht; evtl. auch zum deutschen Recht.