Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Rabbiner Gabriel Müller

Justitia
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Rechtsgeschichte-Propheten-Samuel-4

Rechtsgeschichte

Tora - Kommentare, Beschreibungen


Samuel (Folge 4)

Das Buch erzählt uns von zwei Begegnungen zwischen dem Propheten Samuel und König Saul, die für den letzteren schicksalhaft und bedrohlich, um nicht zu sagen verheerend waren.

Im Kap. 13 wird von den Vorbereitungen Sauls auf einen Kampf gegen eine übermächtige Streitmacht der Philister erzählt. Der König sammelte seine Mannen, und alles Volk, das ihm folgte, war voll Angst. Da wartete Saul sieben Tage bis zu der Zeit, die von Samuel bestimmt war. Und als Samuel nicht kam, zerstreute sich das Volk und verließ ihn. Da sprach er: Bringt mir her das Brandopfer, als er aber das Brandopfer vollendet hatte, siehe, da kam Samuel (inszeniert wie in Hollywood). Da ging Saul ihm entgegen, um ihm den Segensgruß zu entbieten. Samuel aber sprach: Was hast du getan? Saul antwortete: Ich sah, dass sich das Volk zerstreute und mich verließ, und du kamst nicht zur bestimmten Zeit, während doch die Philister sich schon versammelt hatten. Da dachte ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen und ich habe das Angesicht des JHWH noch nicht besänftigt; da wagte ich's und opferte das Brandopfer. (das ist eine plausible Erklärung.) Aber Samuel sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des JHWH, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt für immer. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. JHWH hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und JHWH hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk. (Das alles weiß Samuel bereits….)

Die zweite Begegnung (Kap. 14) ist für den Leser noch etwas verwirrender. Gerade erfahren wir, dass Saul alle Feinde Israels, einschließlich Amalek, besiegt hat, da erscheint Samuel und verkündet Saul: Zieh nun hin und schlag Amalek. Und vollstrecke den Bann an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel. (Ein unnötiger Auftrag, da Amalek bereits besiegt war und unerfüllbar hinzu, denn wie soll Saul das Volk kontrollieren, dass keiner eine – wenn auch die geringste - Beute macht? Ich denke es war eine Falle, in die Saul tappen musste.) Da schlug Saul die Amalekiter und nahm Agag, den König von Amalek, lebendig gefangen, und an allem Volk vollstreckte er den Bann mit der Schärfe des Schwerts, aber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und das Mastvieh und die Lämmer. Und Samuel machte sich früh auf, um Saul am Morgen zu begegnen. Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du von JHWH! Ich habe des JHWH Wort erfüllt. Samuel antwortete: Was ist denn das für ein Blöken von Schafen in meinen Ohren und ein Brüllen von Rindern, das ich höre? Saul sprach: Von den Amalekitern hat man sie gebracht; denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie zu opfern deinem Gott JHWH; an dem andern haben wir den Bann vollstreckt. Samuel aber antwortete Saul: Halt ein, ich will dir sagen, was JHWH mit mir diese Nacht geredet hat. Er sprach: Auch wenn du vor dir selbst gering warst, bist du doch das Haupt der Stämme Israels; denn JHWH hat dich zum König über Israel gesalbt. Warum hast du der Stimme des JHWH nicht gehorcht, sondern hast dich an die Beute gemacht und getan, was JHWH missfiel? Saul antwortete Samuel: Ich habe doch der Stimme des JHWH gehorcht und bin den Weg gezogen, den er mich sandte, und habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und an den Amalekitern den Bann vollstreckt. Aber das Volk hat von der Beute genommen Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um es deinem Gott JHWH zu opfern. Samuel aber sprach: Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern. Weil du des JHWH Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König seist. Und als sich Samuel umwandte, um wegzugehen, ergriff ihn Saul bei einem Zipfel seines Rocks; aber der riss ab. Da sprach Samuel zu ihm: JHWH hat das Königtum Israels heute von dir gerissen und einem andern gegeben, der besser ist als du. (Die Geschichte mit dem Rock scheint mir eine schöne Inszenierung vom Autor zu sein.)

Und Samuel sprach: Bringt Agag, den König von Amalek, zu mir! Und Agag ging hin zu ihm in Fesseln. Samuel sprach: Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen. Und Samuel durchbohrte Agag mit dem Schwert.

Wahrscheinlich habt Ihr schon gemerkt, dass die Sätze in Klammern meine Bemerkungen zum Text sind.


Gabriel Miller