Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Rabbiner Gabriel Müller

Justitia
Schriftgröße verkleinern Trennstrichnormale Schriftgröße wiederherstellen Trennstrich Schriftgröße vergrößern

Suchen in dieser Webseite

Rechtsgeschichte-Propheten-Koenige-5

Rechtsgeschichte

Tora - Kommentare, Beschreibungen


Könige (Folge 5)

Über die Reichtümer, die Bauten, die Berühmtheit und die politischen Verbindungen von König Salomo lässt sich in den Kapiteln 8, 9 und auch 10 im 1. Buch der Könige zur Genüge lesen. Zweifellos hat er viel geleistet. Jedoch hat er eines versäumt, seinen Sohn Rehabeam richtig zu erziehen. Dieser war verwöhnt, was oft in reichen Häusern der Fall ist, wenn die Kinder bereits in den Reichtum hineingeboren werden und im Reichtum aufwachsen, dazu war der Thronfolger auch noch ein ausgemachter Dummkopf, was zu einer Spaltung des Reiches geführt hat. Und das kam so: Salomo musste für all seine großartigen Unternehmungen das Volk mit erheblichen Steuern belasten, außerdem musste er viele Männer, aber auch Frauen aus dem Volk für seine Dienste mobilisieren, was sich für das Volk zu einer schweren Last entwickelte und zu einer schlechten Stimmung und zum großen Ärger führte.

Salomo selbst muss ein unangenehmer Herrscher gewesen sein, denn zu seinen Lebzeiten hat sich keiner getraut, sich zu beklagen. Außer einem tüchtigen Mann aus dem Stamm Ephraim, namens Jerobeam, der zunächst in Salomos Dienste stand, aber dann gegen den König rebellierte (wobei nicht erklärt wird, was er eigentlich getan hat, und worum es genau ging), verfolgt wurde und nach Ägypten fliehen musste.

Nach dem Tode Salomos kamen die Vertreter der zwölf israelitischen Stämme zu seinem Nachfolger Rehabeam, der nach Sichem gezogen war, wohin ganz Israel kam, um ihn zum König zu machen. Jerobeam hörte das und kehrte aus Ägypten zurück. Und Jerobeam und die ganze Gemeinde Israel kamen und redeten mit Rehabeam und sprachen: Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. Mache du nun den harten Dienst und das schwere Joch leichter, das er uns auferlegt hat, so wollen wir dir untertan sein. Er aber sprach zu ihnen: Geht hin bis zum dritten Tag, dann kommt wieder zu mir. Und das Volk ging hin. Und Rehabeam hielt einen Rat mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als er noch lebte, und sprach: Wie ratet ihr, dass wir diesem Volk Antwort geben? Sie sprachen zu ihm: Wirst du heute diesem Volk einen Dienst tun und ihnen zu Willen sein und sie erhören und ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein dein Leben lang.

Das passte dem Thronfolger aber nicht, und deshalb wollte er sich noch mit einem jüngeren Gremium aus denen, die mit ihm aufgewachsen waren, beraten. Und er sprach zu ihnen: Was ratet ihr, dass wir antworten diesem Volk, das zu mir gesagt hat: Mache das Joch leichter, das dein Vater auf uns gelegt hat? Und die Jüngeren sprachen zu ihm: Du sollst zu dem Volk, das zu dir sagt: »Dein Vater hat unser Joch zu schwer gemacht; mache du es uns leichter«, so sagen: Mein kleiner Finger ist dicker als meines Vaters Lenden. Nun, mein Vater hat auf euch ein schweres Joch gelegt, ich aber will's euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich will euch mit Skorpionen züchtigen.

Als nun Jerobeam und das ganze Volk zu Rehabeam kamen am dritten Tage, wie der König gesagt hatte, da gab der König dem Volk eine harte Antwort und verwarf den Rat, den ihm die Ältesten gegeben hatten, und redete mit ihnen nach dem Rat der Jüngeren und sprach: „Mein kleiner Finger ist dicker als meines Vaters Lenden…“, was zu einem Sprichwort geworden ist. Als aber ganz Israel sah, dass der König sie nicht hören wollte, gab das Volk dem König Antwort und sprach: Was haben wir für Teil an Davids Erbe? Auf zu deinen Zelten, Israel! Da ging Israel zu seinen Zelten, sodass Rehabeam nur über die regierte, die zum Stamm Juda gehörten. Und als der König Rehabeam den Fronvogt hin sandte, um Steuern einzutreiben, warf ihn ganz Israel mit Steinen zu Tode. Aber der König Rehabeam stieg eilends auf einen Wagen und floh nach Jerusalem. Also fiel Israel ab vom Hause David bis auf diesen Tag. Als nun ganz Israel hörte, dass Jerobeam zurückgekommen war, sandten sie hin und ließen ihn rufen und machten ihn zum König über ganz Israel; niemand folgte dem König aus dem Hause David als der Stamm Juda allein.


Gabriel Miller