Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Rabbiner Gabriel Müller

Justitia
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Rechtsgeschichte-Propheten-Amos3

Rechtsgeschichte

Tora - Kommentare, Beschreibungen


Amos (3)

Amos kann nur noch spotten über die, die an die Kultstätten glauben: Ja, kommt her nach Bethel und die anderen Tempel und sündigt noch mehr! Bringt eure Schlachtopfer am Morgen und eure Zehnten am dritten Tage, räuchert Sauerteig zum Dankopfer und ruft freiwillige Opfer aus und verkündet sie; denn so habt ihr es gern, ihr Israeliten, spricht Gott JHWH!

Denn trotz aller Bestrafungen sind sie nicht einsichtig geworden. Amos doziert im Namen Gottes und zählt die bereits verhängten Strafen auf: So habe ich euch in euren Städten Mangel an Brot gegeben; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir. Ich habe euch auch den Regen vorenthalten, drei Monate vor der Ernte, und ich ließ regnen über eine Stadt, und auf die andere Stadt ließ ich nicht regnen, ein Acker wurde beregnet, und der andere Acker, der nicht beregnet wurde, verdorrte. Und es zogen zwei, drei Städte zu einer Stadt, um Wasser zu trinken, und konnten nicht genug finden; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir. Ich plagte euch mit dürrer Zeit und mit Getreidebrand; auch fraßen die Heuschrecken alles, was in euren Gärten und Weinbergen, auf euren Feigenbäumen und Ölbäumen wuchs; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir. Ich schickte unter euch die Pest wie in Ägypten; ich tötete eure junge Mannschaft durchs Schwert und ließ eure Pferde gefangen wegführen; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir. Ich richtete unter euch Zerstörung an, wie ich Sodom und Gomorra zerstörte, dass ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir. Darum will ich so an dir tun, Israel! Denn siehe: Der die Berge gemacht und den Wind geschaffen hat, der dem Menschen sagt, was er im Sinne hat, der die Morgenröte zur Finsternis macht und der auf den Höhen der Erde einherschreitet – er heißt JHWH, Gott der Heerscharen.

Nachdem das Nordreich durch die Assyrer zerstört wurde, stimmt Amos andere Töne an: Hört dies Wort, ein Klagelied, das ich über euch anstimme, Haus Israel: Die Jungfrau Israel ist gefallen, dass sie nicht wieder aufstehen wird; sie ist zu Boden gestoßen und niemand ist da, der ihr aufhelfe. Ja, so spricht Gott JHWH: Die Stadt, aus der tausend zum Kampf ausziehen, soll nur hundert übrigbehalten, und aus der hundert ausziehen, soll nur zehn übrigbehalten.

Nachdem Israel sosehr bestraft wurde, fleht Amos die Israeliten an: So spricht JHWH zum Hause Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben. Darum, weil ihr die Armen unterdrückt und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn, so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen, die ihr gebaut habt, und den Wein nicht trinken, den ihr in den feinen Weinbergen gepflanzt habt. Denn ich kenne eure Frevel und eure Sünden, die so groß sind; ihr bedrängt die Gerechten und nehmt Bestechungsgeld und unterdrückt die Armen. Darum muss der Kluge zu dieser Zeit schweigen; denn es ist eine böse Zeit. Hasst das Böse und liebt das Gute, richtet das Recht auf im Tor, vielleicht wird JHWH gnädig sein mit dem Rest von euch. Darum wird es in allen Gassen Wehklagen geben, und auf allen Straßen wird man sagen: »Oje! Oje!« Und in allen Weinbergen wird Wehklagen sein.

Der Tag des Herrn ist ein Tag des Gerichts. Weh! Die ihr den Tag des JHWH herbeiwünscht. Denn des JHWH Tag ist Finsternis und nicht Licht, gleich als wenn jemand vor dem Löwen flieht und der Bär begegnet ihm, und er kommt ins Haus und lehnt sich mit der Hand an die Wand, da beißt ihn die Schlange!

Gott will Gerechtigkeit bei seinem Volk sehen und keinen lieblosen Kult: Ich hasse und verachte eure Feste und mag eure Versammlungen nicht, und an euren Speisopfern habe ich kein Gefallen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag kein Harfenspiel hören! Es ströme hingegen das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Habt ihr Kinder-Israels mir die vierzig Jahre lang in der Wüste Schlachtopfer dargebracht?


Gabriel Miller