Rechtsgeschichte
Wissenschaftliche Veröffentlichungen
Gabriel Miller
Kollektivschuld und Kollektivstrafe
im jüdischen und israelischen Recht
Der Wunsch nach Rache ist bei jedem Menschen als Urgefühl vorhanden.
Kinder kann man beruhigen, wenn man einen Gegenstand, der ihnen weh tat,
bestraft. Die Bestrafung von Sachen ist nicht nur bei Kindern zu beobachten.
Durch die Vergeltung ist das moralische Gleichgewicht wiederhergestellt
worden. Auch in unserer Zeit ist die Vergeltung aus der rechtlichen Bestrafung
nicht wegzudenken...
eine Talmudlegende und ihre rechtliche Relevanz
Der Talmud, der Protokolle aus den Lehrhäusern von fünf Jahrhunderten wiedergibt, berichtet nicht nur von juristischen Diskussionen und rechtlichen Regeln, er enthält auch viele Erzählungen, die teilweise durchaus juristische Inhalte haben und zur sich Klärung von Rechtsnormen und -prinzipien eignen. Einer Erzählung im Talmud, die von vielen als eine Perle der jüdischen Literaturgeschichte betrachtet wird, soll hier besondere Aufmerksamkeit zuteil werden...
Solidarität im Jüdisches Recht
Der Begriff Solidarität wurde früher weder in der deutschen noch in der hebräischen Sprache verwendet; er ist eine neuzeitliche Schöpfung. Die entsprechende ethische Einstellung findet sich aber durchaus in der Bibel und im Talmud. Aus diesem dem Jüdischen Recht inherenten rechtsphilosophischen Konzept konnten sich im Laufe der Geschichte zunehmend konkrete Ansprüche verdichten, von denen Rechtssätze – und zwar bis in die neuzeitliche Praxis – abgeleitet wurden...
die Verwerfung des Geständnisses im Jüdischen Recht
Man muss zwischen der Relevanz des Geständnisses oder der Selbstbelastung im zivil- und im strafrechtlichen Sinne unterscheiden. Hier wird in der Hauptsache der strafrechtliche Aspekt behandelt. Um die Regel gleich vorweg zu beschreiben; sie lautet etwa so: Kein Mensch kann sich selbst belasten...
Archaische Spuren im althebräischen Recht