Rechtsgeschichte
Wissenschaftliche Veröffentlichungen
Archaische Spuren im althebräischen Recht
Gabriel Miller
E n t w u r f
Bedenkt man einerseits das Alter der Quelle des althebräischen
Rechts[1], würde man davon ausgehen, dass reichliche Spuren zu
finden wären. andererseits konnte die Jahrtausende alte
Anpassungsexegese dem alten Recht seine Lebendigkeit bewahren,
womit sogleich die alten Spuren mit neuen Schichten überdeckt
wurden. Hier soll der Versuch gemacht werden, diese Schichten
abzuschälen.
Die folgenden Beispiele werden die Problematik dieser
Aufklärungsarbeit darstellen; das Thema kann allerdings nicht
erschöpfend behandelt werden.
Das erste Beispiel behandelt den Schöpfer als Gesetzgeber und
als Vollstrecker seiner Gesetze.
In Ex. 22, 8 lesen wir folgenden Fall:
Wenn jemandem etwas veruntreut wurde, ein Rind, ein Esel, ein
Schaf, ein Kleid oder sonst etwas, und er behauptet: Ja, das
ist es, dann soll der Streitfall der beiden vor Gott kommen.
Wen Gott als schuldig bezeichnet, soll dem andern doppelten
Ersatz leisten.
Vom Text her, so wie er hier steht, scheint der Fall einfach
zu sein: Es handelt sich eben um ein Gottesurteil. Vom
Standpunkt der jüdischen Traditionalisten[2] aus gesehen, kann
es sich aus unterschiedlichen Gründen[3] nicht um ein
Gottesurteil handeln, weshalb sie anstelle von „Gott“ das Wort
„Richter“ einsetzten. Gott steht hier für Richter; es soll
eben ein weiteres Synonym der Bezeichnung Gottes sein.
Ein Exkurs in die hebräische Sprache ist von Nöten, um die
Problematik aufzuzeigen und ihr näher beizutreten. Im
Hebräischen heißt Gott Elohim. Die grammatikalische Form
dieses Wortes ist das Plural[4], allerdings steht Elohim[5]
sowohl für Plural als auch für Singular. Elohim steht für den
einen einzigen in der hebräischen Bibel offenbarten Gott, kann
aber im anderen Zusammenhang auch für viele Götter stehen[6].
Dann nämlich, wenn in der Bibel die Rede von den fremden
Göttern ist.
In der jüdischen Exegese hat sich die Annahme, es handle sich
in dieser Regel um das Synonym Richter für Elohim, soweit
festgesetzt, dass diese Annahme sozusagen zum Allgemeingut
geworden ist. Selbst in heutigen Bibelübersetzungen findet man
manchmal anstelle von Gott die Bezeichnung Richter, wobei der
Übersetzer sich gleichzeitig die Autorität einer Deutung
anmaßt.
Interessanterweise geht Rabbi Jischmael[7] schon im 2. Jh.
einen originelleren weg. In diesem halachischen Midrasch
stellt er die Frage:
………………………………………
Festzustellen ist zunächst, dass hier das Wort Richter gar
nicht auftaucht. Offensichtlich wird bei R. Jischmael die
Bezeichnung Elohim nicht umgedeutet. Er geht sogar einen
Schritt weiter und meint, da das Verb „schuldig“ die
Pluralform hat, muss es sich beim Wort Elohim ebenfalls um das
Plural handeln. Allerdings denkt R. Jischmael nicht an Götter,
sondern verbindet die Befragung mit den Urim veTumim[8]. Man
wird nicht erwarten können, dass R. Jischmael das Wort Götter
wörtlich nimmt. Das wäre für einen gläubigen Juden Heresie.
Im Kapitel 21, nur ein Kapitel vor der behandelten Norm, ist
die Rede vom hebräischen Knecht und seiner Behandlung. Der
Knecht erlangt nach sechs Arbeitsjahren die Freiheit. So er
diese nicht will und bei seinem Herrn bleiben möchte, wird
folgende Prozedur durchgeführt:
6 so bringe ihn sein Herr vor Elohim[9] und bringe ihn an die
Tür oder den Pfosten und bohre ihm mit einem Pfriem durch sein
Ohr, und er sei sein Knecht ewig.
Es ist bekannt, sowohl aus biblischen wie auch aus anderen
Quellen, das Richter vor den Stadttoren saßen. Von einem
Richter, der an der Tür oder am Pfosten stand oder saß, dafür
gibt es nirgendwo einen Hinweis. Allerdings sprechen manche
altertümliche Bräuche von Schutzgöttern an den Türpfosten[10].
Es ist durchaus anzunehmen, dass die alten Hebräer zum Schutz
des Hauses an den Pfosten ebenfalls Götzen angebracht haben.
Diese Götter sollten Zeugen der Umwandlung des hebräischen
Knechts zum Dauerknecht sein. Analog möchte man annehmen, das
im Kapitel 22 mit Elohim Götter gemeint sind, wenn wir auch
nicht mehr sagen können, wie das Verfahren vor diese Götter
verlief und wie das Urteil gesprochen wurde.
Ob dieses Verfahren von den alten Rechten Mesopotamiens
entliehen worden sind, darüber soll später spekuliert werden.
Hier gilt es festzustellen, das sehr ähnliche Sachverhalte in
den antiken Rechten zu finden sind.
In den Gesetzen Eschnunnas finden wir einen ganz ähnlichen
Fall wie in Ex. 22. Wenn der Hüter einer Sache behauptet, die
Sache sei abhanden gekommen und menschliche Richter nicht in
der Lage sind, die Wahrheit aufzuklären, dann „the owner of
the house shall in the house of Tišpak swear to him by
god“[11]. Die Annahme war, so muss man schließen, dass der
Hausherr Angst haben werde vor dem Gott Tišpak einen Meineid
zu leisten, und so würde die Wahrheit herauskommen.
Die Überzeugung, ein Meineid vor Gott würde verheerende Folgen
haben, hat auch den Gesetzgeber Hammurabi veranlasst, bei
Ermangelung handfester Beweise, sich auf den Eid zu verlassen.
In §§ 120, 126[12] geht es ebenfalls um die Aufbewahrung von
Gütern, insbesondere hier um Getreide. Der Hüter leugnet, die
Güter in Verwahrung genommen zu haben. Auch hier entscheidet
der Eid des Deponenten, wobei man ihm glaubt.
Urim und Tumim
Auch bei diesem Verfahren, in dem der Hohepriester Gott
befragt hatte, kann über die Einzelheiten der Kommunikation
zwischen Hohepriester und Gott nichts Näheres gesagt
werden[13].
Haftung der Familie, „Familienrache“?
Bekanntlich hat das Hammurabi-Gesetz das Monopol für die
Ahnung einer Straftat dem Herrscher übertragen; die Blutrache
musste aufhören. Die biblischen Stellen zu dieser Frage
könnten als widersprüchlich bezeichnet werden. Es ist da die
Rede von der Bestrafung von Nachkommen für begangene
Sünden[14]. Andererseits findet man da die Regel von
persönlicher Haftung[15]. Man muss sich allerdings fragen, ob
diese Regel keinen Anachronismus darstellt[16]. Der Prophet
Ezekiel wiederholt diese Regel wörtlich[17]. Sein
ausdrücklicher Hinweis, dass die alte Regel nicht mehr gelten
soll, zeugt mindestens davon, dass die alte Regel im
Bewusstsein des Volkes fest verankert war; so erstaunlich das
sich anhören möchte, kannte das Volk die neue Regel nicht.
Erstaunlich deshalb, weil das hethitische Gesetz die
persönlichen Haftung kannte. Und die Hethiter verkehrten mit
den alten Israeliten[18].
Eschnuna § 56
מכילתא דרבי ישמעאל משפטים - מסכתא דנזיקין פרשה טו
נקרב בעל הבית אל האלהים. שומע אני לשאול באורים ותומים, תלמוד
לומר אשר ירשיעון אלהים, לא אמרתי אלא אלהים שהם מרשיעין. -
ונקרב בעל הבית אל האלהים, לשבועה. אתה אומר לשבועה, או אינו אלא
בשבועה ושלא בשבועה, הרי אתה דן, נאמר כאן שליחות יד ונאמר להלן
שליחות יד, מה להלן שבועה אף כאן שבועה, מה להלן ביו"ד ה"א אף
כאן ביו"ד ה"א, מה כאן בבית דין אף להלן בבית דין, מה כאן לצרכו
אף להלן לצרכו, מה כאן על כל דבר פשע, אף להלן על כל דבר פשע. -
אם לא שלח ידו במלאכת רעהו, לצרכו. אתה אומר לצרכו, או אינו אלא
לצרכה ושלא לצרכה, תלמוד לומר על כל דבר פשע, שבית שמאי מחייבין
על מחשבת הלב בשליחות יד, שנאמר על כל דבר פשע, ובית הלל אין
מחייבין אלא משעה ששלח בה יד, לכך נאמר אם לא שלח ידו, לצרכה.
על כל דבר פשע. כלל, על שור ועל חמור על שה ועל שלמה, פרט, או
כלל ופרט, אין בכלל אלא מה שבפרט, וכשהוא אומר על כל אבדה אשר
יאמר, חזר וכלל, או כלל ככלל הראשון, אמרת לאו, אלא כלל ופרט
וכלל, אי אתה דן אלא כעין הפרט, מה הפרט מפורש בנכסים מטלטלין
שאין להם אחריות אף אין לי אלא נכסים מטלטלין שאין להם אחריות.
[על כל דבר פשע וגו']. בין שומר לשומר הכתוב מדבר. [אתה אומר בין
שומר לשומר הכתוב מדבר] או לא בא הכתוב אלא לחלוק בין כסף לכלים
לבהמה, תלמוד לומר שלמה, שלמה בכלל היית ויצאת מן הכלל ללמד, אלא
מה שלמה מיוחדת, בין שומר לשומר הכתוב מדבר, אף כל בין שומר
לשומר הכתוב מדבר, הא לא בא הכתוב לחלוק בין כסף לכלים לבהמה.
אשר יאמר כי הוא זה. שזה אומר זה הוא, וזה אומר אינו הוא, מכאן
אמרו עד שתהא הודאה במקצת הטענה.
ונקרב בעל הבית אל האלהים. הרי אחד, עד האלהים יבא דבר שניהם,
הרי שנים, אשר ירשיעון אלהים, הרי שלשה, מכאן אמרו דיני ממונות
בשלשה, דברי ר' יאשיה; רבי יונתן אומר הראשון תחלה נאמר ואין
דורשין תחלות, עד האלהים יבא דבר שניהם, הרי אחד, אשר ירשיעון
אלהים, הרי שנים, ואין בית דין שקול, מוסיפין עליהם עוד אחד, הרי
שלשה. רבי אומר עד האלהים יבא דבר שניהם, בשנים הכתוב מדבר; אתה
אומר כן או אינו אלא באחד, כשהוא אומר אשר ירשיעון אלהים, [הרי
כאן שנים, אשר ירשיע] אין כתוב כאן אלא אשר ירשיעון, הא בשנים
הכתוב מדבר, ואין בית דין שקול, מוסיפין עליהם עוד אחד, הרי כאן
שלשה, מכאן אמרו דיני ממונות בשלשה; ר' אומר בחמשה, כדי שיגמר
הדין בשלשה.
ישלם שנים לרעהו. רבי שמעון אומר קורא אני עליו כאן, ישלם שנים
לרעהו, וקורא אני להלן +ויקרא ה כד+ ושלם אותו בראשו [וחמשיתו
יוסף עליו], כיצד יתקיימו שני מקראות הללו, כל המשלם את הקרן
חייב לשלם את החומש, ושאינו משלם את הקרן פטור מהחומש. - לרעהו,
ולא להקדש, לרעהו, ולא לאחרים.
שמות כא
ה וְאִם-אָמֹר יֹאמַר הָעֶבֶד אָהַבְתִּי אֶת-אֲדֹנִי
אֶת-אִשְׁתִּי וְאֶת-בָּנָי לֹא אֵצֵא חָפְשִׁי. ו וְהִגִּישׁוֹ
אֲדֹנָיו אֶל-הָאֱלֹהִים וְהִגִּישׁוֹ אֶל-הַדֶּלֶת אוֹ
אֶל-הַמְּזוּזָה וְרָצַע אֲדֹנָיו אֶת-אָזְנוֹ בַּמַּרְצֵעַ
וַעֲבָדוֹ לְעֹלָם.
שמות כב
{ס} ו כִּי-יִתֵּן אִישׁ אֶל-רֵעֵהוּ כֶּסֶף אוֹ-כֵלִים לִשְׁמֹר
וְגֻנַּב מִבֵּית הָאִישׁ אִם-יִמָּצֵא הַגַּנָּב יְשַׁלֵּם
שְׁנָיִם. ז אִם-לֹא יִמָּצֵא הַגַּנָּב וְנִקְרַב
בַּעַל-הַבַּיִת אֶל-הָאֱלֹהִים אִם-לֹא שָׁלַח יָדוֹ
בִּמְלֶאכֶת רֵעֵהוּ. ח עַל-כָּל-דְּבַר-פֶּשַׁע עַל-שׁוֹר
עַל-חֲמוֹר עַל-שֶׂה עַל-שַׂלְמָה עַל-כָּל-אֲבֵדָה אֲשֶׁר
יֹאמַר כִּי-הוּא זֶה עַד הָאֱלֹהִים יָבֹא דְּבַר-שְׁנֵיהֶם
אֲשֶׁר יַרְשִׁיעֻן אֱלֹהִים יְשַׁלֵּם שְׁנַיִם לְרֵעֵהוּ. {ס}
ט כִּי-יִתֵּן אִישׁ אֶל-רֵעֵהוּ חֲמוֹר אוֹ-שׁוֹר אוֹ-שֶׂה
וְכָל-בְּהֵמָה לִשְׁמֹר וּמֵת אוֹ-נִשְׁבַּר אוֹ-נִשְׁבָּה אֵין
רֹאֶה. י שְׁבֻעַת יְהוָה תִּהְיֶה בֵּין שְׁנֵיהֶם אִם-לֹא
שָׁלַח יָדוֹ בִּמְלֶאכֶת רֵעֵהוּ וְלָקַח בְּעָלָיו וְלֹא
יְשַׁלֵּם. יא וְאִם-גָּנֹב יִגָּנֵב מֵעִמּוֹ יְשַׁלֵּם
לִבְעָלָיו. יב אִם-טָרֹף יִטָּרֵף יְבִאֵהוּ עֵד הַטְּרֵפָה
לֹא יְשַׁלֵּם. {פ}
במדבר פרק ה
(כד)
האשה את מי המרים המאררים ובאו בה המים המאררים למרים:
וְהִגִּישׁוֹ אֲדֹנָיו אֶל-הָאֱלֹהִים וְהִגִּישׁוֹ אֶל-הַדֶּלֶת
אוֹ אֶל-הַמְּזוּזָה וְרָצַע אֲדֹנָיו אֶת-אָזְנוֹ בַּמַּרְצֵעַ
וַעֲבָדוֹ לְעֹלָם.
1. שמות פרק כב פסוק ח
על כל דבר פשע על שור על חמור על שה על שלמה על כל אבדה אשר יאמר
כי הוא זה עד האלהים יבא דבר שניהם אשר ירשיען אלהים ישלם שנים
לרעהו: ס
1. שמות פרק כח פסוק ל
ונתת אל חשן המשפט את האורים ואת התמים והיו על לב אהרן בבאו
לפני יקוק ונשא אהרן את משפט בני ישראל על לבו לפני יקוק תמיד: ס
2. ויקרא פרק ח פסוק ח
וישם עליו את החשן ויתן אל החשן את האורים ואת התמים:
3. במדבר פרק כז פסוק כא
ולפני אלעזר הכהן יעמד ושאל לו במשפט האורים לפני יקוק על פיו
יצאו ועל פיו יבאו הוא וכל בני ישראל אתו וכל העדה:
4. שמואל א פרק כח פסוק ו
וישאל שאול ביקוק ולא ענהו יקוק גם בחלמות גם באורים גם בנביאם:
שמואל א פרק י
(כ) ויקרב שמואל את כל שבטי ישראל וילכד שבט בנימן:
(כא) ויקרב את שבט בנימן <למשפחתו> למשפחתיו ותלכד משפחת
המטרי וילכד שאול בן קיש ויבקשהו ולא נמצא:
(כב) וישאלו עוד ביקוק הבא עוד הלם איש ס ויאמר יקוק הנה הוא
נחבא אל הכלים:
(כג) וירצו ויקחהו משם ויתיצב בתוך העם ויגבה מכל העם משכמו
ומעלה:
2 So du einen hebräischen Knecht kaufst, der soll dir sechs
Jahre dienen; im siebenten Jahr soll er frei ausgehen umsonst.
(3. Mose 25.39-40) (5. Mose 15.12-17) (Jeremia 34.14) 3 Ist er
ohne Weib gekommen, so soll er auch ohne Weib ausgehen; ist er
aber mit Weib gekommen, so soll sein Weib mit ihm ausgehen. 4
Hat ihm aber sein Herr ein Weib gegeben, und er hat Söhne oder
Töchter gezeugt, so soll das Weib und die Kinder seines Herrn
sein, er aber soll ohne Weib ausgehen. 5 Spricht aber der
Knecht: Ich habe meinen Herren lieb und mein Weib und Kind,
ich will nicht frei werden, 6 so bringe ihn sein Herr vor die
"Götter" Richter und halte ihn an die Tür oder den Pfosten und
bohre ihm mit einem Pfriem durch sein Ohr, und er sei sein
Knecht ewig. (2. Mose 22.7-8) (2. Mose 22.27) (5. Mosse 1.17)
6 dann soll ihn sein Herr vor Gott bringen, er soll ihn an die
Tür oder an den Torpfosten bringen und ihm das Ohr mit einem
Pfriem durchbohren; dann bleibt er für immer sein Sklave.
6 Wenn jemand seinem Nächsten Geld oder Geräte zu bewahren
gibt, und es wird demselben aus seinem Hause gestohlen: findet
man den Dieb, so soll er's zwiefältig wiedergeben; 7 findet
man aber den Dieb nicht, so soll man den Hauswirt vor die
"Götter" Richter bringen, ob er nicht seine Hand habe an
seines Nächsten Habe gelegt.
8 Wo einer den andern beschuldigt um irgend ein Unrecht, es
sei um Ochsen oder Esel oder Schaf oder Kleider oder allerlei,
das verloren ist, so soll beider Sache vor die "Götter"
kommen. Welchen die "Götter" verdammen, der soll's zwiefältig
seinem Nächsten wiedergeben.
9 Wenn jemand seinem Nächsten einen Esel oder Ochsen oder
ein Schaf oder irgend ein Vieh zu bewahren gibt, und es stirbt
ihm oder wird beschädigt oder wird ihm weggetrieben, daß es
niemand sieht, 10 so soll man's unter ihnen auf einen Eid bei
dem HERRN kommen lassen, ob er nicht habe seine Hand an seines
Nächsten Habe gelegt; und des Gutes Herr soll's annehmen, also
daß jener nicht bezahlen müsse.
8 Wenn jemandem etwas veruntreut wurde, ein Rind, ein Esel,
ein Schaf, ein Kleid oder sonst etwas, und er behauptet: Ja,
das ist es, dann soll der Streitfall der beiden vor Gott
kommen. Wen Gott als schuldig bezeichnet, soll dem andern
doppelten Ersatz leisten.
[1] Es handelt sich insbesondere um die ersten Bücher der
hebräischen Bibel, die fünf Bücher Mose. Die meisten Forscher
gehen davon aus, das die hebräische Bibel in der Zeit von Esra
(Mitte des 6. Jh. v.d.Z.) kompiliert wurde.
[2] Gemeint sind die gläubigen Juden, die die Bibel im streng
religiösen Sinn interpretieren.
[3] Hier ein Grund von mehreren: Wer, wie und wo soll Gott
befragen.
[4] Wie z.B. auch das Wort majim, Wasser, das es nur in Plural
gibt (das Suffix „im“ steht in der Regel für das Plural).
[5] Im Gegensatz zum Wort majim.
[6] אני אלהים אין עוד. לא יהיה לך
[7] Mechilta deRabbi Jischmael, ….
[8] Wied hiernach erörtert.
[9] Da manche Übersetzer hier das Wort Richter Bringen, andre
wiederum Elohim mit Gott übersetzen, wurde zum Zweck der
hiesigen Erörterung das ursprüngliche Wort gebracht.
[10] Von Fetischen, die das Haus beschützen sollen, zeugt auch
heutzutage noch so mancher Brauch in einigen Kulturen. Das
Gebot der Mesusa (Ex. ….) könnte auch nach Meinung jüdischer
Gelehrter auf die Schutzfunktion des Hauses zurückgehen.
[11] Reuven Yaron, The Laws of Eshnunna, Second Edition,
Jerusalem 1988, § 37, S. 65.
[12] Dav. Heinr. Müller, Die Gesetze Hammurabis und ihr
Verhältnis zur mosaischen Gesetzgebung, Wien 1903. Müller hat
bemerkenswerterweise den Gesetzestext Hammurabis sowohl in die
deutsche als auch in das Althebräisch übersetzt. Beim
Vergleich zwischen diesen Bestimmungen und Ex., Kap. 22, 6-11,
findet Müller dass „eine Übereinstimmung zwischen dem Gesetze
Hammurabis und dem Bundesbuch festgestellt wird, wie sie bis
jetzt nicht nachgewiesen worden ist“ (S. 113).
[13] Es gibt hierzu in den alten Schriften Meinungen, vielmehr
Spekulationen, wie z.B. ………. Wobei das alles sich eher nach
den Orakeln in Griechenland anhört.
[14] פוקד עוון אבות
[15] איש בעוונו ימות
[16] Was zunächst nicht wundern dürfte, da in der Bibel
Anachronismen zu häufen zu finden sind.
[17] יחזקאל...
[18] Mindestens nach biblischen Erzählungen: Abraham in Hebron
und Davids Feldherr.