Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Rechtswörterbuch - FÜNFTE ABTEILUNG - Strafrecht - EINBRUCH

WÖRTERBUCH DES JÜDISCHEN RECHTS

Neudruck 1980 der im "Jüdischen Lexikon" (1927-1930)
erschienenen Beiträge von Marcus Cohn



EINBRUCH

(machtert) Der E. eines Diebes läßt eine Lebensgefahr für den Eigentümer befürchten; dieser ist daher nach j. Recht berechtigt, den Einbrecher zu töten, wenn er annehmen darf, daß der Einbrecher zur Durchführung seines Diebstahls seinerseits ihn, den Hausherrn, getötet hätte. Die Tötung des Einbrechers darf also nur im Falle der vermeintlichen, sog. Putativnotwehr erfolgen. Nach der im Talmud (b. Sanh. 72a) geäußerten Ansicht tritt beim E. - im Gegensatz zum Diebstahl eine Bezahlung des doppelten Wertes des gestohlenen Gegenstandes als Buße nicht ein. Die Eintreibung dieser Geldstrafe war aber in der talmudischen Zeit ohnehin nicht mehr gebräuchlich und trat in der rabbinischen Periode ganz außer Kraft, weil überhaupt die Geldstrafen (kenassot) nicht mehr gerichtlich auferlegt werden konnten; es mußte somit nur noch der gestohlene Gegenstand selbst zurückgegeben werden; durch die Wertzahlung allein kann sich der Einbrecher nicht entsühnen. In der bibl. Zeit kam bei festgestellter Zahlungsunfähigkeit des Einbrechers noch dessen Verkauf in Knechtschaft zur Begleichung dieser Schuld in Betracht; in gewisser Beziehung gelangte dann bei ihm auch das Löserecht der Verwandten und die entsprechende Verpflichtung in Anwendung.