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JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Rechtswörterbuch - ZWEITE ABTEILUNG - Schuldrecht - MAKLER

WÖRTERBUCH DES JÜDISCHEN RECHTS

Neudruck 1980 der im "Jüdischen Lexikon" (1927-1930)
erschienenen Beiträge von Marcus Cohn



MAKLER

(sarssor), ist im j. Recht ein Vermittler, dessen Tätigkeit bei jedem Rechtsgeschäft möglich ist, insb. bei Kauf und Verkauf von Gegenständen, Beschaffung von Darlehen usw. Er hat in seiner rechtlichen Struktur Ähnlichkeit mit dem Vertreter, unterscheidet sich jedoch von diesem insofern, als er für seine Bemühungen Lohn erhält, der entweder im voraus genau bestimmt ist oder auch in einer Beteiligung an dem durch das vermittelte Rechtsgeschäft erzielten Gewinn bestehen kann; in letzterem Falle hat er eine dem Gesellschafter ähnliche Stellung, nimmt jedoch nur am Gewinn und nicht am Verlust teil.

Es ist bei den Dezisoren (Possekim) strittig, ob der M. seinen Lohn erst dann beanspruchen darf, wenn die Vermittlungstätigkeit zu einem Erfolge geführt hat, oder ob seine Bemühungen allein ihn zur Lohnforderung berechtigen; erstere Ansicht hat sich in der Praxis durchgesetzt (vgl. Bet-Josef zu Tur Ch. M. 185 und Pitche Teschuwa daselbst). Der Selbsteintritt des M.'s in das vorzunehmende Rechtsgeschäft ist im allgemeinen im j. Recht ausgeschlossen. Da er für seine Bemühungen entschädigt wird, haftet er gleich dem Lohnhüter auch für Fahrlässigkeit (B. B. V, 8). Desgleichen haftet er für jeden durch eigenmächtiges Handeln gegen seinen Auftrag entstandenen Schaden (Ch. M. 185).

Eine besonders ausgeprägte Stellung nimmt im j. Recht der als Schadchen bezeichnete M. ein, der das Zustandekommen einer Ehe vermittelt.