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JÜDISCHES RECHT

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Rechtswörterbuch - SIEBTE ABTEILUNG - Ergänzungsartikel - MOSAISCHE GESETZE

Jüdisches Lexikon





MOSAISCHE GESETZE

die im zweiten bis vierten Buche der Tora enthaltenen Gesetze rechtlicher, sittlicher und kultischer Art, die als von Gott dem Moses gegebene Offenbarung gelten. Als "schriftliche Lehre" werden sie im überlieferten Judentum als Grundlage der ihm gleichzeitig zuteil gewordenen mündlichen Lehre aufgefasst, die ihre schließliche Fixierung im Talmud gefunden hat (siehe Gesetz). Die Frage, ob Moses wirklich der Verkünder der seinen Namen tragenden Gesetze ist, darf nicht mit derjenigen verwechselt werden, ob Moses der Verfasser des Schriftwerks der Tora ist. Der "Tradition gilt Moses als der Autor der Tora. Wenn moderne Forschung das bestreitet, so ist damit noch nichts über die nichtmosaische Herkunft aller oder doch vieler mosaischer Gesetze gesagt. Es ist vielmehr anzunehmen, daß sich im Bestande derselben, wie ihn die Bibel und vielfach darüber hinaus der Talmud darbieten, vieles findet, was auf die älteste Zeit zurückgeht. Wo die Grenze zu ziehen ist, wird kaum je zu bestimmen sein. Aber das wird gerade von der modernen Betrachtung mit Nachdruck betont, daß, wie für viele religiöse Vorstellungen und Riten, so auch für die mosaischen Gesetze der Zeitpunkt der schriftlichen Niederlegung mit demjenigen der Entstehung nicht zusammengeworfen werden darf. Die Frage der Originalität der mosaischen Gesetze ist in jüngsterVergangenheit noch in einem anderen Zusammenhange lebhaft diskutiert worden: in dem sog. Babel‑Bibel‑Streit. Hier handelt es sich darum, ob und wieweit auch die ältesten religiösen und sittlichen Vorschriften aus babylonischer Quelle in den jüdischen Geist eingeflossen sind.