Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
Schriftgröße verkleinern Trennstrichnormale Schriftgröße wiederherstellen Trennstrich Schriftgröße vergrößern

Suchen in dieser Webseite

Rechtswörterbuch - SIEBTE ABTEILUNG - Ergänzungsartikel - Außereheliche Verwandtschaft

Jüdisches Lexikon





AUSSEREHELICHE VERWANDTSCHAFT

Die außereheliche Verwandtschaft erfährt im jüdischen Recht fast keine Zurücksetzung gegenüber der ehelichen Verwandtschaft. Die Verwandtschaft mit der Mutter und der mütterlichen Reihe ist durch die Tatsache der Geburt gegeben. Für die Abstammung vom Manne genügt dessen Anerkennung (s. Schtuki). Das ungebundene Zusammenleben mit einer Frau hingegen begründet keine wie immer geartete außereheliche Verwandtschaft, nicht nur nicht für Dritte, sondern nicht einmal für die Betreffenden selbst. Die außereheliche Verwandtschaft zeigt ihre Folgen in der Ausschließung dieser Verwandten im Prozessrecht vom Zeugnis, sie begründet vollständiges Erbrecht im Rahmen des jüdischen Erbintestatrechtes; sie schafft das Ehehindernis der Blutschande für viele Personen und bewirkt auch das Verbot des Geschlechtsverkehrs mit bestimmten Verwandten, d. h. mit allen, für die nicht ausdrücklich eine vollgültige Ehe als Hinderungsbasis vorgeschrieben ist. Im Prinzip gilt die natürliche Verwandtschaft als eine eigentliche und die eheliche Sanktionierung nur als eine formelle Verstärkung der verwandtschaftlichen Beziehung.