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JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Rechtswörterbuch - ERSTE ABTEILUNG - Allgemeine Rechtsbegriffe - FINDLING

WÖRTERBUCH DES JÜDISCHEN RECHTS

Neudruck 1980 der im "Jüdischen Lexikon" (1927-1930)
erschienenen Beiträge von Marcus Cohn



FINDLING

(assufi, eig. "aufgelesen"), ein Kind, das aufgefunden wurde, ohne daß man seinen Vater oder seine Mutter kennt (Kidd. 4, 2), wobei die Art der Aussetzung darauf schließen läßt, daß ihnen der Untergang des Kindes erwünscht wäre. Eine Anerkennung des F.'s seitens der Eltern hat nur dann Wirkung, wenn sie sofort erfolgt. Ist der F. aber von der Fundstelle bereits weggebracht worden, so hat die Anerkennung keine rechtliche Wirkung mehr. Nur in den Jahren der Hungersnot, in denen eine Aussetzung eines nicht mit einem Makel behafteten Kindes seitens der Eltern für möglich gehalten werden konnte, wird eine spätere Identifizierung von seiten der Angehörigen noch gestattet.

Der F. wird gleich dem unehelichen Kind, dessen Vater unbekannt ist (Schetuki), als zweifelhafter Mamser behandelt, darf aber, im Gegensatz zu diesem, keine j. Ehe eingehen; vielmehr wird ihm empfohlen, einen Proselyten zu ehelichen.