Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Rechtswörterbuch - ERSTE ABTEILUNG - Allgemeine Rechtsbegriffe - ENTMÜNDIGUNG

WÖRTERBUCH DES JÜDISCHEN RECHTS

Neudruck 1980 der im "Jüdischen Lexikon" (1927-1930)
erschienenen Beiträge von Marcus Cohn



ENTMÜNDIGUNG

Das j. Recht kennt die Bevormundung eines sonst handlungsfähigen Menschen nicht; die modernen Gründe der E.: Verschwendungssucht, die Gefahr des Unterliegens einer fremden ungünstigen Beeinflussung usw., die an sich nur technische und keine natürlichen Hindernisse der Handlungsfähigkeit bilden, liegen einem nur die natürlichen Momente berücksichtigenden Recht fern. Tritt jedoch ein natürliches Hindernis für die Handlungsfähigkeit dadurch ein, daß jemand unzurechnungsfähig oder taubstumm wird (vgl. Cheresch schote wekatan) oder ohne Bestellung eines Interessenvertreters abwesend bleibt (infolge von Gefangenschaft oder Flucht), so wird vom Bet din ein Vormund bestellt. - Bei einer Erbschaft kann auch der Erblasser einen Vormund einsetzen, in der Regel allerdings nur für Minderjährige; hier handelt es sich aber nicht um eine E., sondern eher um die Bestellung eines Testamentsvollstreckers mit verstärkten Funktionen.