Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Israel - Geschichtschronik

Israel

Chronik der jüdischen Geschichte*



von Abraham

Abraham

bis 1948

Declaration

Ausrufung des Staates Israel

20.Jh. v. Nach der Überlieferung in der Genesis stammen die Vorfahren der Israelis (Juden) aus der Stadt Ur (Yr) im südlichen Babylonien. Jene hebräischen Halbnomaden sollen in einer Massenwanderung ihre Heimat verlassen haben, um im späteren Israel die Stadt Harran zu gründen Der geographische Raum des heutigen Israel war nicht nur durch die Hebräer besiedelt. Die hebräische Sprache dürfte sich über die amoritische aus der semitischen entwickelt haben. Auch gab es zu jener Zeit nur vereinzelte Stadtstaaten, die durch Wirtschaftsbeziehungen unter der Kontrolle Ägyptens standen. Die Beweglichkeit, selbst der Halbnomaden, blieb hoch. So kam es zur Vermischung der Überlieferungen, welche erst Jahrhunderte später schriftlich festgehalten wurden.

17. Jh. Der nahöstliche geographische Raum wird häufiger von Dürreperioden heimgesucht. Semitische Stämme (Hyksos) ziehen in den ägyptischen Raum und übernehmen die Herrschaft. Unter ihrer Herrschaft können die Hebräer ebenfalls von Ägypten profitieren, so dass auch sie in Notzeiten dorthin auswandern. Der Patriarch Abraham wandert mit seiner Sippe ebenfalls nach Ägypten, wahrscheinlich mehrere Male. (Es geht aus den Überlieferungen nicht hervor, wie viele hebräische Sippen es zu jener Zeit gab. Sie beschreiben lediglich Abraham als den Anführer der frühen Israelis.)

1550 bis ? Die Ägypter erobern ihr Land zurück. Hier beginnt wahrscheinlich die Leidenszeit des hebräischen Volkes in Ägypten, von dem in den Überlieferungen berichtet wird. Die Hebräer sollen als Sklaven den Ägyptern bei der Errichtung prachtvoller Städte und Bauten gedient haben.

13. Jh. Das genaue Datum des Exodus ist nicht überliefert, jedoch kann er sich wegen der Parallelität zu anderen Ereignissen nicht früher als in der Mitte des 13. Jh. v. ereignet haben. Mit dem Exodus wird die Befreiung von Hebräern durch Mose beschrieben, welcher sie ins damalige Kanaan, in die heutige israelische Region, führt. Mose gilt als der Verfasser der Tora (Weisung), der heiligen Schrift.

1020 - 1000 Aufgrund langjähriger feindlicher Übergriffe vieler Völker, wie z.B. der Philister und Ammoniter, ruft Saul das Heer der bis dahin verstreut lebenden 12 Stämme zusammen und geht zum Gegenangriff über. Nach dem ersten Erfolg wird Saul vom Propheten Samuel zum israelischen König gesalbt.

1004 - 965 David heiratet Sauls Tochter und muss vor Sauls Eifersucht fliehen. David lässt sich nach dem Tod Sauls in Hebron nieder und wird dort zum König über den Stamm Juda gesalbt. Einige Jahre später wird David in Hebron das Königtum über die restlichen Stämme übertragen. Als Hauptstadt wählt er die bis dahin noch nicht israelitische Stadt Jerusalem.

965 - 928 Davids Söhne bekriegen sich um den Nachlass. Salomo erlangt den Thron. Er Baut den Tempel Gottes. Seine Weisheit wird sprichwörtlich.

928 - 915 Salomos Sohn Rehabeam missglücken die Verhandlungen mit den Nordstämmen um den Thron. So teilt sich das Land in Israel im Norden und Juda im Süden. Der israelische Führer Jerabeam wird König von Israel. Er führt eigene Kultstätten ein, um zu unterbinden, dass die Israelis weiterhin Jerusalem aufsuchen.

928 - 720 Das Nordreich Israel wird nach zweihundertjährigem Bestehen von den Assyrern eingenommen und verschwindet.

640 - 609 Josia, König von Juda, vergrößert das Land mit der Einnahme des früheren Nordreichs. Um 628 wird das Tora-Buch (das heute bekannte Deuteronomium) gefunden und Josia führt religiöse Reformen ein. Der Götzendienst wird im ganzen Land verboten und ihre Kultstätten werden zerstört. Josia fällt im Kampf gegen den Pharao Necho.

586 Jerusalem wird von Nebuchadnezar, König von Babylonien, zerstört.. Es beginnt die Diaspora (Zerstreuung), welche z.T. durch die Babylonier durchgeführt, z.T. durch Flucht der Juden nach Ägypten (unter ihnen der Prophet Jeremia) verursacht wird. Die nach Babylon verschleppten Judäer besitzen hebräische Schriften, die als der Grundstock des späteren Alten Testaments gelten. Die „Fremde" und die „Sehnsucht" bringen zum ersten Mal in historischen Dokumenten den jüdischen „Universalismus" und den göttlichen Anspruch auf das Land Israel zum Ausdruck.

ca. 555 Die Perser übernehmen das babylonische Reich.

538 Beginn der Rückkehr aus dem Exil. Der Tempel wird 515 eingeweiht.

ca. 450 Esra wird vom Persischen König zum Oberhaupt der Juden ernannt und zieht nach Judäa; er verliest öffentlich die Tora Mose und schließt einen erneuten Bund zwischen Gott und dem Volk Israel.

332 Alexander der Große erobert Israel auf seinem Weg nach Ägypten und etabliert die hellenistische Kultur. Ihm folgen Ptolemäus in Ägypten und Seleukos in Assyrien.

ca. 175 - 164 Der seleukidische König Antiochis IV geht als „Prototyp" des Judenverfolgers in die Überlieferungen ein. Er plündert den Tempel, weiht ihn Zeus, lässt Götzen errichten, plaziert eine syrische Festung (Akra) gegenüber dem Tempel und verkauft das Hohepriesteramt an den Helenisten Jason.

167 wird die jüdische Lehre verboten. Dies führt zum Aufstand. Die Priesterfamile der Hasmonäer führt den Aufstand, befreit das Land und erneuert das Königreich.

69 v.d.Z. Die Nachfolger des Hasmonäerkönigs Alexander Jannai Hyrkan II und Aristobul streiten sich um das Königreich und wenden sich beide an den Römer Pompejus. Dieser nimmt Jerusalem ein, richtet ein Blutbad an und übergibt das von ihm auf die alten judäischen Grenzen beschnittene Territorium Hyrkan II zur Verwaltung. Im Jahr 47 ernennt Caesar Hyrkan II zum römischen Prokurator über Judäa, womit die römische Aera in Israel eingebrochen ist. Im März 44 wird Caesar ermordet. Herodes beendet mit der Unterstützung des römischen Kaisers Antonius die Hasmonäische Aera.

70 n.d.Z. Der Prokurator Gessius Florus gibt Jerusalem zur Plünderung frei. Die bereits nationalistisch aufgeheizten Juden schreiten zur Revolte gegen Rom. Unter dem Auftrag Neros zieht Titus gegen die Juden zu Felde. Zwar ergeben sich diese zum Teil, doch nationalistische Gruppen halten den Tempel belagert. Im Jahr 70 geht beim Gefecht der Tempel in Flammen auf.

Jochanan ben Zakkai lässt sich während der Belagerung Jerusalems in einem Sarg herausschmuggeln. Später stellt er sich den Römern und erhält die Erlaubnis, in Jawne eine jüdische Lehrstätte zu unterhalten.

ca. 132 - 135 Die Juden erheben sich erneut und erobern ganz Judäa zurück, doch verlieren sie es wieder. Jerusalem wird 136 zerstört und als Aelia Capitolina wieder aufgebaut, den Juden wird der Zutritt untersagt.

ca. 200 Gemäß jüdischer Überlieferung erhielt das jüdische Volk nicht nur die schriftliche Tora, sondern auch die mündlichen Halacha und Aggada, welche das jüdische Leben und seine Legenden beinhalten. Rabbi Jehuda ha-Nassi verfasst eine endgültige Version der mündlichen Lehre - die Mischna (Wiederholung, Lehre) mit den sechs Ordnungen: Landwirtschaft, Festzeiten, Ehe- und Familienrecht, Zivil- und Strafrecht, Opfer im Tempel und Reinheitsgebote. Das rabbinische Judentum entsteht.

ca. 425 Aus den Diskussionen über die Mischna entsteht der israelische Talmud (Lernen, Studium). Er enthält die Mischna und die Gemara (Vollendung); ca. 500 entsteht in Babylonien der babylonische Talmud.

Byzantinische Herrschaft (313-636)

Nach Kaiser Konstantins Bekehrung zum Christentum (313) und der Gründung des Byzantinischen Reiches war das Land Israel gegen Ende des 4. Jh. ein überwiegend christliches Land geworden. Auf den heiligen Stätten des Christentums in Jerusalem, Bethlehem, Galiläa und vielen anderen Teilen des Landes wurden Kirchen gebaut und Klöster errichtet. Die Juden verloren ihre frühere Autonomie, durften keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden und konnten Jerusalem nur noch einmal im Jahr zur Beweinung des zerstörten Tempels (Tisha b'Av) betreten.

Die von der messianischen Hoffnung auf Befreiung erfüllten Juden unterstützten die persische Invasion von 614. Als Dank für ihre Hilfe wurde ihnen die Verwaltung Jerusalems übertragen. Das Zwischenspiel dauerte nur drei Jahre; schon 629 eroberte die byzantinische Armee die Stadt zurück und vertrieb die jüdischen Einwohner aufs Neue.

Arabische Herrschaft (636-1099)

Die arabische Besetzung des Landes begann vier Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammed (632) und dauerte mehr als vier Jahrhunderte; die Kalifen regierten erst von Damaskus, später von Bagdad und Ägypten aus. Anfangs konnten die Juden wieder in Jerusalem wohnen. Die jüdische Gemeinschaft erhielt den unter islamischem Recht für Nichtmuslime üblichen Status geschützter Personen, deren Leben, Eigentum und Recht auf freie Religionsausübung gegen Zahlung besonderer Kopf- und Grundsteuern geschützt war.

Beschränkungen, die schon bald (717) Nichtmuslimen auferlegt wurden, verschlechterten jedoch die öffentliche und rechtliche Stellung der Juden und beeinträchtigten ihr Recht auf freie Religionsausübung. Die Erhebung hoher Steuern auf landwirtschaftlichen Grundbesitz zwang viele Juden, ihre Dörfer zu verlassen und in die Städte zu ziehen, wo sich ihre Lage kaum verbesserte. Die immer schärfere soziale und wirtschaftliche Diskriminierung zwang viele Juden schließlich zur Auswanderung. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts war die jüdische Gemeinschaft zahlenmäßig stark zurückgegangen und hatte ihren organisatorischen und religiösen Zusammenhalt zum Teil verloren.

Kreuzfahrerzeit (1099-1291)

Mit dem Aufruf Papst Urbans II. (1095), das Heilige Land von den »Ungläubigen« zurück zu erobern, beginnt die Periode der Kreuzritter. Im Juli 1099 nahmen die Ritter des 1. Kreuzzuges und ihre Pöbeltruppe nach fünfwöchiger Belagerung Jerusalem ein. Die meisten nichtchristlichen Stadtbewohner wurden niedergemetzelt. Die in den Synagogen verschanzten Juden verteidigten ihr Stadtviertel vergebens; sie wurden verbrannt oder in die Sklaverei verkauft. In den folgenden Jahrzehnten dehnten die Kreuzritter durch Verträge, meist aber durch blutige Eroberungen, ihre Macht auf den Rest des Landes aus. Das lateinische Königreich der Kreuzritter wurde von einer kriegerischen Minderheit beherrscht und beschränkte sich hauptsächlich auf befestigte Städte und Burgen.

Als die Kreuzritter die Handelswege von Europa öffneten, wurden Pilgerfahrten ins Heilige Land zunehmend beliebt. Viele Juden versuchten auf diese Weise, in ihre Heimat zurückzukehren. Zeitgenössische Quellen belegen die Ankunft einer Gruppe von 300 Rabbinern aus Frankreich und England, von denen sich einige in Akko, andere in Jerusalem niederließen.

Als ein muslimisches Heer unter Saladin (1187) die Kreuzritter stürzte, erlangten die Juden wieder größere Freiheiten, darunter das Recht, in Jerusalem zu wohnen. Nach dem Tod Saladins (1193) konnten die Kreuzritter wieder im Land Fuß fassen, ihre Stellung blieb jedoch auf ein Netz von Burgen beschränkt. Mit dem Sieg der Mamelucken, einer in Ägypten aufgestiegenen Militäroligarchie, ging die Kreuzfahrerzeit 1291 endgültig zu Ende.

Mameluckische Herrschaft (1291-1516)

Unter den Mamelucken wurde das Land Israel eine unbedeutende Provinz, die von Damaskus aus regiert wurde. Akko, Jaffo und andere Häfen wurden aus Furcht vor neuen Kreuzzügen zerstört, der Handel auf dem Seeweg wie auf dem Landweg kam zum Erliegen. Gegen Ende des Mittelalters waren die Städte verfallen, Jerusalem fast verlassen und die kleine jüdische Gemeinde bettelarm. Die Zeit des Niedergangs der Mameluckenherrschaft war von politischen und wirtschaftlichen Unruhen, Seuchen, Heuschreckenplagen und verheerenden Erdbeben überschattet.

Osmanische Herrschaft (1517-1917)

Nach der Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1517 wurde das Land in vier Distrikte eingeteilt, die zur Provinz Damaskus gehörten und von Istanbul aus regiert wurden. Zu Beginn der osmanischen Zeit lebten etwa 1000 jüdische Familien im Land, die meisten in Jerusalem, Nablus, Hebron, Gaza, Safed und den Dörfern Galiläas. Sie waren die Nachkommen von Juden, die schon immer im Land gewohnt hatten, sowie von Einwanderern aus Nordafrika und Europa.

Bis zum Tod Sultan Suleimans des Prächtigen (1566) brachten geordnete Regierungsverhältnisse dem Land Verbesserungen und eine verstärkte jüdische Einwanderung. Einige der Neuankömmlinge ließen sich in Jerusalem nieder, aber die meisten zogen nach Safed, einer Stadt, in der Mitte des 16. Jh. 10000 jüdische Einwohner lebten, in der das Textilhandwerk blühte und die zu einem Zentrum der Gelehrsamkeit geworden war. Zu jener Zeit erreichte das Studium der Kabbala (jüdische Mystik) einen Höhepunkt. Zeitgenössische Erklärungen zum jüdischen Gesetz, wie sie im Shulchan Aruch kodifiziert wurden, nahmen von den Gelehrtenstuben in Safed aus ihren Weg in die gesamte jüdische Diaspora. Die Blütezeit hielt nicht lange an.

Der allmähliche Niedergang der osmanischen Verwaltung ließ das Land von neuem ins Elend sinken. Ende des 18. Jh. bestellten verarmte Pachtbauern ein von seinen abwesenden Großgrundbesitzern ausgesogenes und vergessenes Land. Die Steuerlast war ebenso unerträglich wie willkürlich. Die großen Wälder Galiläas und des Carmel wurden abgeholzt, Sumpf und Wüste breiteten sich auf ehemaligem Ackerland aus.

Das 19. Jh. leitet die allmähliche Öffnung des im Mittelalter stehen gebliebenen Landes ein. Erste Anzeichen des Fortschritts werden erkennbar. Die europäischen Mächte drängten, oft durch ihre Missionare, ins Land. Britische, französische und amerikanische Archäologen begannen, das Land der Bibel zu erforschen; Großbritannien, Frankreich, Russland, Österreich und die USA eröffneten Konsulate in Jerusalem. Dampferschiffe nahmen regelmäßig Verkehr zwischen Israel und Europa auf, Post- und Telegraphenverbindungen wurden eingerichtet und die erste moderne Straße zwischen Jerusalem und Jaffo gebaut. Die Eröffnung des Suezkanals schließlich beschleunigte eine Wiedergeburt des Landes als Umschlagplatz dreier Kontinente.

Die Lage der Juden im Land begann sich langsam zu verbessern, ihre Zahl nahm deutlich zu. Mitte des Jahrhunderts war Jerusalem so überfüllt, dass der erste jüdische Vorort außerhalb der Stadtmauern entstand (1860); ihm folgt in den nächsten 25 Jahren sieben weitere - der Beginn der heutigen Neustadt. 1880 war die Mehrheit der Stadtbevölkerung jüdisch.

Vom Zionismus inspiriert, machten sich Juden aus Osteuropa in zwei großen Wellen gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. auf den Weg nach Israel. Entschlossen, das Land ihrer Väter mit eigenen Händen wieder aufzubauen, machten diese Pioniere unfruchtbare Felder urbar, errichteten neue Siedlungen und legten den Grundstein für eine blühende Landwirtschaft. Die Neuankömmlinge sahen sich den widrigsten Umständen gegenüber: der Feindseligkeit und Willkür der osmanischen Verwaltung, mangelhaften und unsicheren Verkehrswegen und Beförderungsmitteln, Malariasümpfen und jahrhundertelang vernachlässigtem Ackerboden. Der Landerwerb war eingeschränkt, Baugenehmigungen mussten von Istanbul eingeholt werden. Diese Widrigkeiten behinderten zwar die Entwicklung des Landes, konnten sie aber nicht aufhalten. Hatte die jüdische Gemeinschaft zu Beginn des 16. Jh. 5000 Seelen gezählt, so waren es beim Ausbruch des 1. Weltkrieges schon 85000.

Im Dezember 1917 zogen britische Truppen unter General Allenby in Jerusalem ein und setzten der 400-jährigen osmanischen Herrschaft ein Ende. Zur britischen Armee gehörten drei Bataillone der »Jewish Legion« mit Tausenden jüdischer Freiwilliger.

Zionismus, die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes, ist abgeleitet von dem Wort »Zion«, dem traditionellen Synonym für Jerusalem und das Land Israel. Das Anliegen des Zionismus - die Rückführung des jüdischen Volkes in sein altes Heimatland - wurzelt in der uralten Sehnsucht der Juden nach dem Land Israel, mit dem sie in all den Jahrhunderten der Zerstreuung tief verbunden geblieben waren.

Der politische Zionismus entstand als Reaktion auf die anhaltende Unterdrückung und Verfolgung der Juden in Osteuropa und auf die wachsende Ernüchterung über die Judenemanzipation in Westeuropa, die doch der Diskriminierung kein Ende gesetzt und keine wirkliche Eingliederung der Juden in die Gesellschaft ihrer Gastländer gebracht hatte. Seinen formalen Ausdruck fand er 1897 in der Gründung der Zionistischen Weltorganisation auf dem von Theodor Herzl in Basel einberufenen 1. Zionistischen Weltkongress. Das Programm der Zionistischen Bewegung enthielt ideologische und praktische Elemente und zielte auf die Förderung der Rückkehr der Juden in ihr Land, die soziale, kulturelle, wirtschaftliche und politische Wiederbelebung des jüdischen nationalen Lebens und die Errichtung einer international anerkannten, rechtlich abgesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in seiner historischen Heimat, wo Juden frei von Verfolgung ihre Lebensform selbst gestalten können.

Britische Herrschaft (1918-1948)

Im Juli 1922 übertrug der Völkerbund Großbritannien das Palästina-Mandat (unter diesem Namen war das Land damals bekannt). Im Hinblick auf die »historische Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina« wurde Großbritannien aufgefordert, die Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina - Erez Israel (Land Israel) zu unterstützen. Zwei Monate später, im September 1922, beschlossen der Völkerbundsrat und Großbritannien, dass die Bestimmungen für die Einrichtung einer jüdischen Heimstätte nicht für das Gebiet östlich des Jordan gelten sollte, das drei Viertel des Mandatsgebiets umfasste und das schließlich das Haschemitische Königreich Jordanien wurde.

Der Weg in die Unabhängigkeit

Außerstande, zwischen den Forderungen der jüdischen und der arabischen Gemeinschaft im Mandatsgebiet zu vermitteln, beantragte die britische Regierung im April 1947, die »Palästina-Frage« auf die Tagesordnung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu setzen. Daraufhin wurde ein UN-Sonderkomitee mit der Ausarbeitung von Vorschlägen zur Zukunft des Landes beauftragt. Am 29. November 1947 nahm die Generalversammlung die Empfehlung des Komitees zur Teilung des Landes in einen jüdischen und einen arabischen Staat an. Die jüdische Gemeinschaft akzeptierte den Teilungsplan, die Araber lehnten ihn ab.

Unmittelbar nach der UNO-Abstimmung begannen arabische Extremisten im Land, unterstützt durch Freischärler aus arabischen Ländern, mit massiven Übergriffen gegen die jüdische Gemeinschaft, um den Teilungsbeschluss zu Fall zu bringen und die Errichtung eines jüdischen Staates zu vereiteln. Nach anfänglichen Misserfolgen konnten die jüdischen Verteidigungsorganisationen die Angreifer fast überall zurückschlagen und das gesamte Gebiet, das für den jüdischen Staat vorgesehen war, halten.

Am 14. Mai 1948, dem Tag, an dem das britische Palästinamandat endete, lebten etwa 650000 Juden im Land, die eine wohl organisierte Gemeinschaft mit gut funktionierenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Einrichtungen bildeten. Was sie aufgebaut hatten, war in jeder Hinsicht eine Nation, ja ein Staat.



* Facts about Israel: http://www.mfa.gov.il/mfa/facts about israel/people/

The Worlds Factbook: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/is.html