Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Anfänge - Mosche ben Maimon (Maimonides)

Wo beginnt das jüdische Recht?

Maimonides (Mosche ben Maimon)

Immer dann, wenn die Tora, das Gesetz, die Lehre, das Jüdische Recht in Vergessenheit zu geraten droht, bringt die Geschichte eine Person hervor, die Zeichen setzt und zu neuen Anfängen verhilft. Dies war die Situation im 12. Jhd. Es drohte nicht etwa die Abkehr vom jüdischen Glauben, vielmehr waren die Gelehrten im Begriff, in der Menge der seit sechs Jahrhunderten angesammelten Rechtsliteratur zu versinken. Nur wenige Rabbiner kannten sich in den Schriften aus (zumal der Buchdruck noch nicht erfunden war) und waren in der Lage, Rechtsentscheidungen, kanonischer oder weltlicher Art, zu treffen. Für den Rabbiner einer kleinen Gemeinde in den Ländern Europas, Nordafrika oder Babylonien dürfte es eine schier unüberwindliche Aufgabe gewesen sein, sich im gesamten Schrifttum zurechtzufinden, um auch nur einfache Probleme zu bewältigen.

In 14 Büchern kodifizierte Maimonides alle Resultate der halachischen Literatur (auf Hebräisch Online verfügbar), um diese für den praktischen Gebrauch freizugeben, ohne die für das Studium des Talmud notwendigen tiefen Kenntnisse. Er hatte die Absicht, die halachischen Arbeiten von 1 ½ Jahrtausenden zum Abschluss zu bringen und ein festes Gebäude des Judentums, ein Nationalwerk zu schaffen, was ihm auch weitgehend gelungen ist.

Die Sprache ist Hebräisch, wobei er sie modernisierte und einen klaren Stil einführte; er perfektionierte die prägnante juristische Ausdrucksweise. In mancher Beziehung übertrifft er sogar den römischen Rechtsstil. Auch inhaltlich war Maimonides bestrebt, die Lehre kurzgedrängt zusammenzufassen und die Einheit der jüdischen Normen zum Ausdruck zu bringen.

Auch wenn seine Arbeit zunächst von manchen Gelehrten mit Skepsis und mancherorts sogar mit harscher Kritik aufgenommen wurde, so wurde sie im Laufe der Zeit allgemein anerkannt und hochgeschätzt. Im Volksmund hat sich der bis zum heutigen Tag bezeichnende Spruch verbreitet: „Von Moses bis Moses gab es keinen wie Moses“, womit er mit dem Religionsstifter auf eine Stufe gestellt wurde. Als Philosoph und Arzt war Maimonides nicht weniger bedeutend. Näheres über sein Leben und Wirken findet sich auf folgender Seite.

Maimonides über Glaube und Aberglaube (Hebräisch)