Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Anfänge - Hillel

Hillel

Einst trat ein Nichtjude vor Hillel und sprach zu ihm: Ich will Jude werden unter der Bedingung, dass du mich die ganze Tora lehrst, während ich auf einem Fuße stehe. Hillel sprach zu ihm: „Was dir zuwider ist, das tu auch deinem Nächsten nicht. Das ist die ganze Tora und alles andere ist nur die Erläuterung, geh und lerne sie!“ (b. Schabbat 31a).

Hillel

Ist das wirklich so?

Soll damit der ganze Inhalt des mosaischen Glaubens, der sich zum reinen Monotheismus entwickelte, die gesamte Weisheit der eintausendjährigen Geschichte der Israeliten, die sich vom Nomadentum zu einer Hochkultur entwickelt haben, auf den Punkt gebracht worden sein?

Und doch, eine Universalethik kann nicht besser formuliert, besser in einem Satz zum Ausdruck gebracht werden. Auch das Gebot der hebräischen Bibel "liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (in hebräischen Lettern auf der Torarolle im Gemälde zu sehen) hat nicht diese Präzision erreicht, wobei der Spruch Hillels vermutlich von diesem abgeleitet wurde.

Weiteres zu Hillel und seiner Lehre:

Hillel und Schamai

Ausführliche Analyse der obigen Maximen.

Hillels Lehre wurde auch im Seminar jüd. Recht behandelt.

Verschiedene Texte zur Nächstenliebe im hebräischen und neuen Testament.

ויקרא פרק יט

א וַיְדַבֵּר יְהוָה, אֶל-מֹשֶׁה לֵּאמֹר.  ב דַּבֵּר אֶל-כָּל-עֲדַת בְּנֵי-יִשְׂרָאֵל, וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם--קְדֹשִׁים תִּהְיוּ:  כִּי קָדוֹשׁ, אֲנִי יְהוָה אֱלֹהֵיכֶם.  ג אִישׁ אִמּוֹ וְאָבִיו תִּירָאוּ, וְאֶת-שַׁבְּתֹתַי תִּשְׁמֹרוּ:  אֲנִי, יְהוָה אֱלֹהֵיכֶם.  ד אַל-תִּפְנוּ, אֶל-הָאֱלִילִם, וֵאלֹהֵי מַסֵּכָה, לֹא תַעֲשׂוּ לָכֶם:  אֲנִי, יְהוָה אֱלֹהֵיכֶם.  ה וְכִי תִזְבְּחוּ זֶבַח שְׁלָמִים, לַיהוָה--לִרְצֹנְכֶם, תִּזְבָּחֻהוּ.  ו בְּיוֹם זִבְחֲכֶם יֵאָכֵל, וּמִמָּחֳרָת; וְהַנּוֹתָר עַד-יוֹם הַשְּׁלִישִׁי, בָּאֵשׁ יִשָּׂרֵף.  ז וְאִם הֵאָכֹל יֵאָכֵל, בַּיּוֹם הַשְּׁלִישִׁי--פִּגּוּל הוּא, לֹא יֵרָצֶה.  ח וְאֹכְלָיו עֲו‍ֹנוֹ יִשָּׂא, כִּי-אֶת-קֹדֶשׁ יְהוָה חִלֵּל; וְנִכְרְתָה הַנֶּפֶשׁ הַהִוא, מֵעַמֶּיהָ.  ט וּבְקֻצְרְכֶם אֶת-קְצִיר אַרְצְכֶם, לֹא תְכַלֶּה פְּאַת שָׂדְךָ לִקְצֹר; וְלֶקֶט קְצִירְךָ, לֹא תְלַקֵּט.  י וְכַרְמְךָ לֹא תְעוֹלֵל, וּפֶרֶט כַּרְמְךָ לֹא תְלַקֵּט:  לֶעָנִי וְלַגֵּר תַּעֲזֹב אֹתָם, אֲנִי יְהוָה אֱלֹהֵיכֶם.  יא לֹא, תִּגְנֹבוּ; וְלֹא-תְכַחֲשׁוּ וְלֹא-תְשַׁקְּרוּ, אִישׁ בַּעֲמִיתוֹ.  יב וְלֹא-תִשָּׁבְעוּ בִשְׁמִי, לַשָּׁקֶר:  וְחִלַּלְתָּ אֶת-שֵׁם אֱלֹהֶיךָ, אֲנִי יְהוָה.  יג לֹא-תַעֲשֹׁק אֶת-רֵעֲךָ, וְלֹא תִגְזֹל; לֹא-תָלִין פְּעֻלַּת שָׂכִיר, אִתְּךָ--עַד-בֹּקֶר.  יד לֹא-תְקַלֵּל חֵרֵשׁ--וְלִפְנֵי עִוֵּר, לֹא תִתֵּן מִכְשֹׁל; וְיָרֵאתָ מֵּאֱלֹהֶיךָ, אֲנִי יְהוָה.  טו לֹא-תַעֲשׂוּ עָוֶל, בַּמִּשְׁפָּט--לֹא-תִשָּׂא פְנֵי-דָל, וְלֹא תֶהְדַּר פְּנֵי גָדוֹל:  בְּצֶדֶק, תִּשְׁפֹּט עֲמִיתֶךָ.  טז לֹא-תֵלֵךְ רָכִיל בְּעַמֶּיךָ, לֹא תַעֲמֹד עַל-דַּם רֵעֶךָ:  אֲנִי, יְהוָה.  יז לֹא-תִשְׂנָא אֶת-אָחִיךָ, בִּלְבָבֶךָ; הוֹכֵחַ תּוֹכִיחַ אֶת-עֲמִיתֶךָ, וְלֹא-תִשָּׂא עָלָיו חֵטְא.  יח לֹא-תִקֹּם וְלֹא-תִטֹּר אֶת-בְּנֵי עַמֶּךָ,

 וְאָהַבְתָּ לְרֵעֲךָ כָּמוֹךָ:

  אֲנִי, יְהוָה.  יט אֶת-חֻקֹּתַי, תִּשְׁמֹרוּ--בְּהֶמְתְּךָ לֹא-תַרְבִּיעַ כִּלְאַיִם, שָׂדְךָ לֹא-תִזְרַע כִּלְאָיִם; וּבֶגֶד כִּלְאַיִם שַׁעַטְנֵז, לֹא יַעֲלֶה עָלֶיךָ.  כ וְאִישׁ כִּי-יִשְׁכַּב אֶת-אִשָּׁה שִׁכְבַת-זֶרַע, וְהִוא שִׁפְחָה נֶחֱרֶפֶת לְאִישׁ, וְהָפְדֵּה לֹא נִפְדָּתָה, אוֹ חֻפְשָׁה לֹא נִתַּן-לָהּ--בִּקֹּרֶת תִּהְיֶה לֹא יוּמְתוּ, כִּי-לֹא חֻפָּשָׁה.  כא וְהֵבִיא אֶת-אֲשָׁמוֹ לַיהוָה, אֶל-פֶּתַח אֹהֶל מוֹעֵד--אֵיל, אָשָׁם.  כב וְכִפֶּר עָלָיו הַכֹּהֵן בְּאֵיל הָאָשָׁם, לִפְנֵי יְהוָה, עַל-חַטָּאתוֹ, אֲשֶׁר חָטָא; וְנִסְלַח לוֹ, מֵחַטָּאתוֹ אֲשֶׁר חָטָא.  {פ

 

3. Mose,

Kapitel 19; Gesetze zur Heiligung des täglichen Lebens

1Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2Rede mit der ganzen Gemeinde der Israeliten und sprich zu ihnen: aIhr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott. 3Ein jeder bfürchte seine Mutter und seinen Vater. cHaltet meine Feiertage; ich bin der HERR, euer Gott. 4Ihr sollt euch dnicht zu den Götzen wenden und sollt euch ekeine gegossenen Götter machen; ich bin der HERR, euer Gott. 5Und wenn ihr dem HERRN ein aDankopfer bringen wollt, sollt ihr es so opfern, dass es euch wohlgefällig macht. 6Ihr sollt es an dem Tag essen, an dem ihr's opfert, und am nächsten Tage. Was aber bis zum dritten Tag übrigbleibt, soll man mit Feuer verbrennen. 7Wird aber am dritten Tage davon gegessen, so ist es ein Greuel und wird nicht wohlgefällig sein; 8und wer davon isst, muss seine Schuld tragen, weil er das Heilige des HERRN entheiligt hat, und ein solcher Mensch wird ausgerottet werden aus seinem Volk. 9Wenn du dein Land aberntest, sollst du nicht alles bis an die Ecken deines Feldes abschneiden, auch nicht Nachlese halten. a 10Auch sollst du in deinem Weinberg nicht Nachlese halten noch die abgefallenen Beeren auflesen, sondern dem Armen und Fremdling sollst du es lassen; ich bin der HERR, euer Gott.
11
Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch betrügerisch handeln einer mit dem andern. a
12Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und den Namen eures Gottes nicht entheiligen; ich bin der HERR. a
13Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken noch berauben. aEs soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis zum Morgen.
14Du sollst dem Tauben nicht fluchen und sollst avor den Blinden kein Hindernis legen, denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten; ich bin der HERR.
15Du sollst nicht unrecht handeln im Gericht: du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen, sondern du sollst deinen Nächsten recht richten. a
16Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk. aDu sollst auch nicht auftreten gegen deines Nächsten Leben; ich bin der HERR. 17Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern bdu sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich ladest. 18Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst;

ich bin der HERR. 19Meine Satzungen sollt ihr halten: Lass nicht zweierlei Art unter deinem Vieh sich paaren und besäe dein Feld nicht mit zweierlei Samen und lege kein Kleid an, das aus zweierlei Faden gewebt ist. a
20Wenn ein Mann bei einer Frau liegt, die eine leibeigne Magd ist und einem Mann zur Ehe bestimmt, doch nicht losgekauft oder freigelassen ist, so soll das bestraft werden. Aber sie sollen nicht sterben, denn sie ist nicht frei gewesen. a 21Der Mann soll aber als seine Buße dem HERRN vor die Tür der Stiftshütte einen Widder zum Schuldopfer bringen; 22und bder Priester soll ihn entsühnen mit dem Schuldopfer vor dem HERRN wegen der Sünde, die er getan hat, so wird ihm Gott seine Sünde vergeben, die er getan hat.
23Wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume pflanzt, von denen man isst, so lasst ihre ersten Früchte stehen, als wären sie unrein wie Unbeschnittene. Drei Jahre lang sollt ihr die Früchte als unrein ansehen, dass ihr sie nicht esst; 24im vierten Jahr sollen alle ihre Früchte unter Jubel dem HERRN geweiht werden; 25erst im fünften Jahr sollt ihr die Früchte essen, damit ihr künftig um so reicheren Ertrag einsammelt; ich bin der HERR, euer Gott. 26aIhr sollt nichts essen, in dem noch Blut ist. Ihr sollt nicht bWahrsagerei noch Zauberei treiben.
27aIhr sollt euer Haar am Haupt nicht rundherum abschneiden noch euren Bart stutzen.
28Ihr sollt um eines Toten willen an eurem Leibe keine Einschnitte machen noch euch Zeichen einätzen; ich bin der HERR. 29Du sollst deine Tochter nicht zur aHurerei anhalten, dass nicht das Land Hurerei treibe und werde voll Schandtat.
30Meine Feiertage haltet und fürchtet mein Heiligtum; ich bin der HERR. a
31Ihr sollt euch nicht wenden zu den aGeisterbeschwörern und Zeichendeutern und sollt sie nicht befragen, dass ihr nicht an ihnen unrein werdet; ich bin der HERR, euer Gott.
32Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR. 33Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. a 34Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.
35Ihr sollt nicht unrecht handeln im Gericht, mit der Elle, mit Gewicht, mit Maß. 36
aRechte Waage, rechtes Gewicht, rechter Scheffel und rechtes Maß sollen bei euch sein; ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, 37daß ihr alle meine Satzungen und alle meine Rechte haltet und tut; ich bin der HERR.