Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Anfänge - Genesis

Wo beginnt das jüdische Recht?

Mit der Erschaffung des Menschen?

Die Erschaffung des Menschen durch Gott ist ein wichtiger Tatbestand im jüdischen Recht. Am anschaulichsten wird das durch die Diskussion zweier großer Gelehrter des 2. Jahrhunderts über die Werte des Judentums und ihre Rangordnung:
Rabbi Akiba meint, dass die Liebe zu den Menschen von größtem Wert sei, denn es heißt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3. Moses 19, 18).
Ben-Asaj meint, dass noch wichtiger die Gleichheit zwischen den Menschen sei, denn es heißt: "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie als Mann und Weib" (1. Moses 1, 27). Da jeder Mensch im Antlitz Gottes geschaffen ist, ergibt sich daraus eine Gleichheit zwischen allen Menschen.
Der Midrasch, eine erzählerische Methode der Bibeldeutung, erklärt die Erschaffung des Menschen mit folgender Frage, die er auch beantwortet:
- Warum schuf Gott nur einen Menschen? Er hatte ja die Macht, gleichzeitig mehrere, ja auch ganze Völker zu schaffen?!
- Gott schuf einen einzigen Menschen, damit alle von diesem abstammen sollen (alle gleich wert sein sollen), und damit nicht eines Tages irgendjemand zu seinem Nächsten sagt, seine Abstammung sei bedeutender (er sei mehr wert) als die des anderen.

Chagall, Die Erschaffung des Adam

Chagall, Die Erschaffung des Adam