Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
Schriftgröße verkleinern Trennstrichnormale Schriftgröße wiederherstellen Trennstrich Schriftgröße vergrößern

Suchen in dieser Webseite

Anfänge - Herbert Riechelmann

Höchster Gott!

Bevor ich mit meiner heiligen Arbeit beginne – die Geschöpfe deiner Hände zu heilen – flehe ich dich an, mir den Mut und die Kraft zu geben, meine Arbeit gewissenhaft zu verrichten. Das Begehren, Vermögen oder Güter anzuhäufen, soll meine Augen nicht verblenden, das Richtige zu sehen. Erweise mir die Gnade, jeden Leidenden, der kommt, meinen Rat zu erfragen, als einen Menschen anzusehen, ohne Unterschied zwischen Reich und Arm, Freund und Feind, Gut und Böse. Wenn er leidet, zeige mir nur den Menschen. Meine Liebe zur Medizinwissenschaft soll meinen Geist kräftigen, nur die Wahrheit soll meinen Weg beleuchten, denn jede Schwäche in meiner Arbeit kann vernichtend wirken und Krankheit für dein Geschöpf bedeuten. Bitte, barmherziger Gott, stärke und kräftige meinen Körper und meine Seele und pflanze in mir einen einheitlichen Geist.

Der jüdische Arzt und Gelehrte Maimonides lebte von 1135 bis 1204 überwiegend in Córdoba. Sein eigentlicher Name lautet Mosche ben Maimon. Er ist ein wesentlicher Vertreter der naturwissenschaftlich orientierten Medizin des Mittelalters. Neben seinem großen Einfluss auf das christliche Denken des Mittelalters gilt er als Kodifikator der ersten jüdischen Gesetzessammlung. Sein "Gebet des Arztes" stammt wahrscheinlich aus den Jahren zwischen 1176 bis 1179. Es hat jedoch seither an Tiefgang und Aktualität nichts verloren.

Für das Internet bearbeitet und zur Verfügung gestellt:
Professor Dr. Herbert Riechelmann
Leitender Oberarzt der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Ulm