Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Anfänge - Esra

Wo beginnt das jüdische Recht?

Der Gesetzgeber Esra

Judäa war Mitte des 5. Jhd. v.d.Z. eine kleine Provinz im riesigen Persischen Reich. Nach der Erlaubnis, die die Juden vom Persischen König Cyrus 538 erhielten, aus dem Exil zurückzukehren, kamen nach und nach kleine Wellen von Rückwanderern aus Babylonien und siedelten in Jerusalem und seiner Umgebung. Ein karges und gefährliches Leben fristeten die Menschen. Nicht genug, dass es schwierig war, den Lebensunterhalt zu verdienen, waren auch Einfälle von Nomaden und Angehörigen anderer benachbarter Völkergruppen auf der Tagesordnung.

Esra liest aus der Tora

Esra

Dies war die Situation, die Esra vorfand, als er Mitte des 5. Jhdt. v.d.Z. mit der Erlaubnis des Perserkönigs an der Spitze einer Gruppe von 1.746 Personen nach Judäa kam. Vom König autorisiert, unter den Juden eine juristische Autonomie aufgrund der Tora zu errichten, diese zu lehren und Richter auszubilden und anzustellen, traf er folgende Maßnahmen:

Um die nationale und religiöse Einheit der Juden im Sinne der Tora zu stärken, sorgte er dafür, dass die judäischen Familien ihre heidnischen Angehörigen verstießen. So wollte er das Volk auf einen erneuten Bund mit Gott vorbereiten. Vierzehn Jahre später (unter der Mitwirkung des aus Persien gekommenen jüdischen Statthalters Nehemia) wurde am Neujahrstag die Tora der Gemeinde vorgelesen. Drei Wochen später unterzeichneten Priester, Leviten und Familienhäupter eine Verpflichtung, künftig nach dem Gesetz der Tora zu leben.

Zum ersten Mal ist eine vollständige Tora (Pentateuch, 5 Bücher Moses) dokumentiert, die von Esra selbst, der Schriftgelehrter war und einer hochpriesterlichen Familie entstammte, oder unter seiner Leitung redigiert wurde. Um das Volk an das Gesetz zu binden und es daran zu bilden, ordnete Esra eine regelmäßige Sabbatlesung aus der Tora und ihre Interpretation an, eine Verordnung, die bis heute befolgt wird.

Esra ist der Schöpfer der "mündlichen Lehre" und der religionsgesetzlichen Richtung, einer eigentümlichen Richtung des Judentums, die diesem das Gepräge für Jahrtausende gegeben hat. Für die späteren Gelehrten des Talmud (b. Syn. 21b) war er der zweite Moses.