Zehngebote

JÜDISCHES RECHT

Forschungsstelle Marcus Cohn

Justitia
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Anfänge - Abraham

Wo beginnt das jüdische Recht?

Abraham

Abraham

Laut Bibel und dem Glauben der drei monotheistischen Religionen nach ist Abraham der Stammvater von Juden und Arabern.
In der kritischen Bibelwissenschaft wird seine Geschichtlichkeit bestritten jedoch haben die Erzählungen über ihn einen poetischen Reiz und erfreuen in ihren farbigen Darstellungen (1. Mose, Kap. 11 ff.).

Jenseits der Diskussion über den Wahrheitsgehalt biblischer Geschichten lässt sich durch Textanalyse die Rechtsordnung frühzeitiger Gesellschaften (Stammesnormen und protostaatliche Gesellschaften) erforschen. Es lassen sich auch Parallelen zum Hammurabigesetz finden, und möglicherweise sind auch Aufschlüsse über die Anfänge hebräischer Stammesbildung zu finden.

Die Erzählungen um Abraham lassen viele Gesichtspunkte und Interpretationen zu. Sich mit ihnen zu beschäftigen ist sicherlich nicht nur für den Gläubigen bereichernd. Im Einzelnen sei beispielhaft auf folgende Themen aufmerksam gemacht:

  • Kauf von Immobilien (aaO, Kap. 23). Besonders hübsch sind das Feilschen und die folkloristischen Elemente dargestellt.
  • Vorstellungen von Gerechtigkeit (aaO, Kap. 18, 16 ff.). Erstaunlich die Vermittlung der obersten Institution des Rechts und Gesetzes als eine fehlbare und kritisierfähige Institution.
  • Die Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft, dargestellt durch die Herrin Sara und die Magd Hagar. Die starke Stellung der Frau kommt besonders zum Ausdruck in Kap. 21, 11, aber auch in den Begegnungen mit dem Pharao von Ägypten (Kap. 12, 10 ff.) und mit König Abimelech (Kap. 20).
  • Kinderopfer waren keine Seltenheit in frühen Zeiten. In Kap. 20 geht es eher um die Kritik dieses Brauchs. Philosophie, Literatur und darstellende Kunst haben sich mit Abrahams Opfer reichlich auseinandergesetzt. Darüber zu sinnen kann durchaus auch Sache von Juristen sein.